Wer bin ich heute? Zwischen alten Rollen und neuem Selbstbild

Shownotes

„Werde die beste Version deiner selbst.“

Ein Satz, den wir ständig hören. Aber was, wenn wir gar keine bessere Version brauchen?

Was, wenn die viel spannendere Frage lautet:

Welche Version von mir ist eigentlich noch meine?

Wir verändern uns. Durch Beziehungen, Kinder, Beruf, Erfahrungen, Krisen, Erfolge und einfach dadurch, dass Zeit vergeht. Unser Selbstbild verändert sich aber nicht unbedingt im gleichen Tempo mit.

Und irgendwann laufen wir vielleicht noch mit Sätzen über uns herum, die längst nicht mehr stimmen:

„Ich bin die Vernünftige.“

„Ich brauche Sicherheit.“

„Ich bin die, die alles zusammenhält.“

„Ich bin eben so.“

In dieser Folge von „Haltung statt Harmonie“ geht es darum, genau diese Sätze einmal zu hinterfragen.

Ich nehme dich mit in meine eigene Veränderung nach mehr als zwei Jahrzehnten im Konzern und in die Frage, die mich gerade selbst beschäftigt:

Will ich wirklich schon wissen, was ich als Nächstes mache, oder versuche ich möglichst schnell wieder eine neue Identität aufzubauen, die vernünftig und erfolgreich aussieht?

Psychologisch schauen wir auf das Selbstkonzept und auf die Selbst-Diskrepanz-Theorie von E. Tory Higgins. Denn zwischen der Frau, die wir heute sind, der Frau, die wir gerne wären, und der Frau, von der wir glauben, dass wir sie sein sollten, kann ganz schön viel Spannung entstehen.

Drei Fragen kannst du aus dieser Folge für dich mitnehmen:

1. Wer bin ich geworden, weil diese Person gebraucht oder von mir erwartet wurde?

2. Was davon fühlt sich heute tatsächlich noch nach mir an?

3. Wenn ich niemandem erklären müsste, warum ich mich verändere, was würde ich anders machen?

Vielleicht brauchst du gerade keinen neuen Fünfjahresplan.

Vielleicht beginnt Veränderung viel früher.

Mit der Frage:

Wer bin ich heute?

Diese Folge ist der Auftakt einer dreiteiligen Serie über Identität, Haltung und Veränderung.

Teil 1: Wer bin ich heute?
Teil 2: Wofür stehe ich?
Teil 3: Was mache ich daraus?

Wenn dir die Folge gefallen hat, abonnier „Haltung statt Harmonie“ und schick sie gerne an eine Frau weiter, die gerade selbst mitten in einem neuen Kapitel steckt.

Transkript anzeigen

00:00:01: Herzlich willkommen bei Haltung statt Harmonie.

00:00:05: Der Podcast, der fragt was passiert eigentlich wenn Frauen sich anpassen obwohl sie es nicht müssten?

00:00:12: Hier geht es um Mechanismen die uns prägen und um die Frage was sich verändert wenn wir sie durchschauen.

00:00:19: ich bin Anne Scharmach schön dass du da bist.

00:00:24: Ich habe in letzter Zeit ziemlich viel über eine frage nachgedacht wer bin ich eigentlich gerade?

00:00:33: Und ich meine damit nicht, was mache ich beruflich oder bin ich Mutter, Partnerin, Freundin, Unternehmerin.

00:00:44: Sondern wirklich wer bin ich heute?

00:00:46: Denn ich glaube dass wir unglaublich oft versuchen unser Leben zu verändern ohne vorherzuschauen ob die Person für die wir dieses Leben gerade planen überhaupt noch existiert.

00:00:59: Und wir überlegen, was wir beruflich machen.

00:01:03: soll ich mich selbstständig machen oder will in dieser Beziehung bleiben.

00:01:09: Was möchte ich in den nächsten fünf Jahren erreichen?

00:01:13: Oder wo will ich wohnen?

00:01:16: Was will ich noch erleben?

00:01:18: und dann suchen wir nach Antworten, nach neuen Zielen, nach einem Plan oder nach der berühmten besten Version unserer Selbst.

00:01:30: Und bei diesem Satz bleibe ich inzwischen hängen.

00:01:34: Werdet die beste Version deiner Selbst?

00:01:37: Warum eigentlich, warum müssen wir ständig eine bessere Version von uns werden?

00:01:44: Produktiver, erfolgreicher, gelassener, sportlicher, selbstbewusster... Was wenn es so gar nicht darum geht eine bessre Version zu werden?

00:01:57: Was wenn's erst mal darum geht herauszufinden Welche Version überhaupt noch unsere ist?

00:02:05: Denn wir verändern uns, und zwar nicht nur mit achtzehn oder fünfundzwanzig.

00:02:11: Wir verenden uns mit dreißig – mit zweiundvierzig!

00:02:15: Mit

00:02:16: neunundvirtzig?!

00:02:18: Nach Kindern, nach Trennung, nach zwanzig Jahren in einem Beruf Wenn die Kinder plötzlich groß werden, wenn Freundschaften auseinandergehen, wenn wir Erfolg haben Wenn wir scheitern.

00:02:33: Wenn etwas passiert, dass wir uns komplett anders vorgestellt haben Ja und manchmal verändern wir uns einfach weil Zeit vergangen ist.

00:02:42: Und das Verrückte es nur Unser Bild von uns selbst verändert sich nicht unbedingt im gleichen Tempo mit.

00:02:50: Wir laufen weiter mit Sätzen herum die irgendwann einmal entstanden sind.

00:02:55: Ich bin die vernünftige.

00:02:57: ich bin die die alles zusammenhält.

00:03:00: Ich bin Die zuverlässige.

00:03:03: Ich brauche Sicherheit, ich bin nicht besonders mutig.

00:03:09: Ich bin die, die sich kümmert!

00:03:12: Ich bin Die, die keinen Streit will.

00:03:15: Ich Bin eben so Ja und irgendwann lohnt es sich bei diesem Ich Bin-ebenso Einmal kurz stehen zu bleiben Und ich das wirklich noch?

00:03:27: Oder bin ich einfach sehr gut darin geworden diese Person zu sein?

00:03:32: Denn dass ist nämlich ein Unterschied.

00:03:35: Ich merke das gerade selbst ziemlich stark.

00:03:38: Denn ich war mehr als zwei Jahrzehnte in einem Konzern und natürlich wusste ich, dass sich mein Leben verändern wird wenn diese Zeit endet.

00:03:48: aber was ich unterschätzt habe ist etwas ganz anderes nämlich wie sehr ich mich selbst plötzlich neu sortieren muss?

00:03:57: Ich erwische mich zum Beispiel dabei wie ich über meinen Business nachdenke und sofort wissen will Was genau ist das Angebot Wie verdiene ich damit Geld?

00:04:07: Wie schnell funktioniert das und was ist eigentlich der

00:04:11: Plan?".

00:04:12: Ja, und verstehe mich nicht falsch.

00:04:14: Das sind natürlich super wichtige Fragen!

00:04:17: Und natürlich muss ein Business irgendwann Geld verdienen.

00:04:21: aber ich habe irgendwann gemerkt wie schnell ich wieder anfange etwas aufzubauen dass vor allem eins sein soll nämlich vernünftig.

00:04:30: Etwas bei dem ich sagen kann guck das funktioniert.

00:04:35: da hatte ich plötzlich diesen Gedanken, will ich das gerade wirklich?

00:04:41: Oder will ich möglichst schnell wieder dieses Gefühl haben erfolgreich zu

00:04:45: sein?".

00:04:47: Und das hat mich ziemlich erwischt.

00:04:50: Denn wenn nach so vielen Jahren eine berufliche Rolle wegfällt verliert man ja nicht seinen Wissen, nicht seine Erfahrungen, nicht Seine Fähigkeiten aber ein Teil der Bestätigung fällt weg!

00:05:04: Da ist niemand mehr kein Unternehmen mehr, das einem diese Rolle gibt.

00:05:08: Keine Stellenbezeichnung keine gewohnte Struktur und dann kann man natürlich ganz schnell anfangen die nächste Identität zu bauen.

00:05:20: Und jetzt bin ich Unternehmerin sagen Jetzt bin ich Coaching!

00:05:24: Jetzt mache ich dieses oder jenes.

00:05:27: Aber vielleicht möchte ich genau das gerade nicht?

00:05:31: Vielleicht möchte ich nicht einfach ein neues Etikett auf die alte Version von mir kleben.

00:05:38: Vielleicht möchte erst mal herausfinden, wer bin ich eigentlich?

00:05:42: Wenn ich mich nicht über meine nächste Funktion definiere.

00:05:48: und genau da habe ich gemerkt was mache ich jetzt ist für mich gerade nicht die erste Frage es ist die dritte der Vorkommen Wer Bin Ich Heute Und Wofür Stehe ich heute?

00:06:02: Und erst dann, was mache ich da draus?

00:06:06: Und vielleicht ist das ja genau einer der Gründe warum Veränderung so anstrengend sein kann.

00:06:13: Wir versuchen nämlich eine neue Zukunft für eine alte Version von uns zu bauen und vielleicht lohnt es sich genau hier einmal kurz psychologisch draufzuschauen denn wenn meine ich nicht diesen einen festen Wesenskern, den wir irgendwo tief in uns finden müssen und dann wissen wir endlich wer wir wirklich sind.

00:06:36: So einfach ist es nicht!

00:06:38: Denn in der Psychologie sprechen wir unter anderem vom Selbstkonzept.

00:06:44: Vereinfacht gesagt ist das die Vorstellung, die wir von uns selbst haben Wer bin ich?

00:06:50: Was kann Ich?

00:06:52: Was ist mir wichtig?

00:06:53: Welche Eigenschaften habe ich eigentlich Und welche Rollen gehören zu mir?

00:07:00: Und dieses Selbstkonzept entsteht nicht im luftleeren Raum.

00:07:05: Es entwickelt sich aus unseren Erfahrungen, unserer Beziehung und auch daraus wie andere Menschen auf uns reagieren.

00:07:13: Wenn du zum Beispiel jahrelang diejenige bist, die in schwierigen Situationen ruhig bleibt, Dinge organisiert oder Verantwortung übernimmt dann ist das irgendwann nicht mehr nur etwas was du tust sondern es kann Teil deiner Vorstellung davon werden wer du bist.

00:07:30: Ich bin die, die das im Griff hat.

00:07:33: Und dieses Bild beeinflusst wiederum unser Verhalten.

00:07:38: Denn wir neigen dazu Dinge zu tun, die zu unseren Vorstellungen von uns passen und deshalb finde ich Sätze wie ich bin eben so inzwischen so interessant.

00:07:48: Denn sie beschreiben uns nicht nur Sie können auch beeinflussen was wir uns überhaupt erlauben.

00:07:54: wenn ich überzeugt davon bin dass ich ein Mensch bin der Sicherheit braucht werde ich wahrscheinlich andere Dinge tun und andere Entscheidungen treffen als jemand, der sich selbst als abenteuerlustig beschreibt.

00:08:08: Aber was passiert eigentlich wenn dieses Bild irgendwann nicht mehr stimmt?

00:08:13: Wenn sich unser Leben verändert!

00:08:15: Wenn eine Beziehung endet!

00:08:18: Wenn die Kinder uns anders brauchen als früher!

00:08:22: Wenn wir einem Beruf verlassen!

00:08:25: Wenn sich unsere Werte ändern!

00:08:28: Dann kann nämlich etwas entstehen dass ich erstmal ziemlich unangenehm anfühlt.

00:08:33: Denn das Leben hat sich schon verändert, aber unser Bild von uns selbst ist vielleicht noch nicht ganz hinterhergekommen und plötzlich fühlen wir uns orientierungslos!

00:08:45: Wir fühlen uns unruhig – vielleicht sogar so als hätten wir uns selbst ein bisschen verloren?

00:08:51: Dabei könnte etwas anderes passieren.

00:08:54: Unser bisheriges Selbstbild passt einfach nicht mehr vollständig zu der Person die wir heute

00:08:59: sind.".

00:09:01: Und an dieser Stelle gibt es noch einen psychologischen Gedanken, den ich unglaublich spannend finde.

00:09:08: Der Psychologe E. Tori Higgins hat sich damit beschäftigt, dass wir nicht nur ein einziges Bild von uns selbst haben.

00:09:16: Vereinfacht gesagt, gibt es zum Beispiel die Person, von der ich glaube das ich sie tatsächlich bin Die Person, die ich gerne sein möchte und die Person Von der Ich Glaube Dass Ich Sie Seien Sollte Und dieses kleine Wort finde ich nämlich super entscheidend.

00:09:33: Sollte.

00:09:35: Ich sollte erfolgreicher sein, ich sollte längst wissen was ich will.

00:09:40: Ich sollte eine gute Mutter sein!

00:09:43: Ich sollte finanziell vernünftig sein.

00:09:46: Ich solltet dankbar sein.

00:09:48: Es sollte mich nicht so anstellen... Ich sollte in meinem Alter eigentlich angekommen sein und jetzt wird es super interessant.

00:09:58: Woher kommt denn dieses sollte?

00:10:00: Eigentlich Ist das wirklich meins?

00:10:03: Oder ist es eine Erwartung, die ich irgendwann übernommen habe?

00:10:08: von meiner Familie.

00:10:09: Von meinem Umfeld.

00:10:12: Von der Gesellschaft.

00:10:14: Von einem Arbeitgeber vielleicht sogar von einer früheren Version meiner selbst.

00:10:21: Higgins beschreibt das Unterschiede zwischen diesen verschiedenen Selbstbildern mit unangenehmen Gefühlen verbunden sein können und ich finde das für Veränderungsphasen unglaublich spannend!

00:10:33: Denn vielleicht besteht mein Problem gar nicht daran, dass ich nicht weiß, wer ich bin.

00:10:40: Vielleicht versuche ich gerade gleichzeitig drei verschiedene Versionen von mir gerecht zu werden – die Frau, die ich heute bin, die Frau ,die ich gern sein möchte und der Frau, von der ich glaube das ich sie sein sollte.

00:10:55: Kein Wunder also wenn sich das manchmal ziemlich laut im Kopf anfühlt!

00:10:59: Und genau deshalb finde ich Identitätsarbeit so spannend.

00:11:03: Nicht weil wir irgendwann eine endgültige Antwort auf die Frage wer bin ich?

00:11:08: finden müssen, sondern weil wir unser Bild von uns immer wieder überprüfen dürfen.

00:11:15: Was stimmt da eigentlich noch?

00:11:17: Was ist dazugekommen?

00:11:20: Was passt nicht mehr?

00:11:22: Was davon es wirklich meins?

00:11:24: und wer darf ich vielleicht auch noch sein?

00:11:27: Ich muss nicht möglichst schnell wieder wissen wer ich bin!

00:11:31: Ich darf mein Selbstbild aktualisieren.

00:11:36: Diesen Gedanken mag ich grad sehr gerne und ich möchte unsere alten Version dabei gar nicht schlechtreden, Ich möchte meine jedenfalls nicht loswerden!

00:11:49: Die Frau die vor zehn oder zwanzig Jahren war hat mich schließlich hierher gebracht.

00:11:54: Hier in diesem Podcast Haltung statt Harmonie.

00:11:58: Vielleicht habt ihr angepasste dafür gesorgt dass du dazugehört hast.

00:12:04: Vielleicht hat die Vernünftige dir Sicherheit gegeben.

00:12:08: Vielleicht hat Diejenige, die immer alles im Griff hatte, deine Familie durch eine schwierige Zeit gebracht und vielleicht hat die Leistungsorientierte die Türen geöffnet?

00:12:19: Vielleicht hat sie harmoniebedürftige Beziehungen geschützt, der die wichtig waren.

00:12:24: Diese Version war nicht falsch aber etwas kann einmal richtig gewesen sein und trotzdem heute nicht mehr passen.

00:12:33: Und genau da wird es super interessant.

00:12:36: Nicht Wie werde ich jemand anderes, sondern was davon bin ich noch?

00:12:44: Ich glaube dass diese Frage gerade für Frauen unglaublich viel auslösen kann.

00:12:50: Weil wir im Laufe unseres Lebens so viele Rollen übernehmen Tochter Partnerin Mutter Kollegen Chefin Freundinnen.

00:13:06: Du kannst die Liste unendlich weiterführen.

00:13:10: Da ist noch die die organisiert die die vermittelt, die merkt wenn es jemandem nicht gut geht.

00:13:15: Die, die an ihr Gewurtstagsgeschenk gedenkt.

00:13:18: Die die Weihnachten irgendwie hinbekommt und viele dieser Rollen sucht mir uns gar nicht bewusst aus.

00:13:23: sie entstehen man macht etwas gut also macht man das wieder andere verlassen sich darauf und irgendwann gehört es so einem und plötzlich bist du die-die Und hier kannst du aushüllen was immer zu dir passt.

00:13:39: Du kannst sogar hervorragend darin sein Und trotzdem irgendwann feststellen, ich weiß gar nicht mehr genau was ich eigentlich will.

00:13:49: Nicht meine Kinder!

00:13:50: Nicht mein Partner!

00:13:53: Nicht meinen Arbeitgeber!

00:13:55: Nicht meine Eltern!

00:13:57: Ich und vielleicht ist ich weiß nicht was ich will manchmal gar kein Zeichen dafür dass wir orientierungslos sind.

00:14:06: Vielleicht haben wir uns diese Frage einfach sehr lange nicht mehr gestellt.

00:14:12: Deshalb möchte ich dir heute drei Fragen mitgeben.

00:14:16: vielleicht nimmst du dir irgendwann ein paar Minuten Zeit und schreibst deine Antworten auf.

00:14:23: Nicht die Antworten, die vernünftig klingen sondern die, die zuerst kommen bevor du anfängst sie zu erklären oder zu relativieren.

00:14:32: Und hier kommt schon die erste Frage Wer bin ich geworden?

00:14:36: Weil diese Person gebraucht oder von mir erwartet wurde?

00:14:41: Schau dabei ruhig auf unterschiedliche Bereiche.

00:14:44: Schauf dem Bereich Familie Auf die Arbeit Auf die Partnerschaft Freundschaften.

00:14:51: Und vielleicht findest du Versionen von dir, die du richtig gerne magst?

00:14:56: Und vielleicht Findest du welche bei denen du merkst, die ist ganz schön müde geworden.

00:15:03: und die zweite Frage Was davon fühlt sich heute tatsächlich noch nach mir an?

00:15:10: Nicht was funktioniert?

00:15:11: gut nicht.

00:15:13: worin bin ich gut?

00:15:15: nicht was erwarten andere von mir?

00:15:18: sondern was passt noch zu mir?

00:15:22: Und dann die dritte Frage, die beschäftigt mich selbst gerade wahrscheinlich am meisten.

00:15:29: Wenn du niemanden erklären müsstest warum du dich veränderst was würdest du anders machen?

00:15:35: Denn wir überlegen bei Veränderungen oft nicht nur was wir wollen.

00:15:40: Wir überlegen gleichzeitig wie wir es erklären.

00:15:44: Was sagt mein Partner dazu?

00:15:46: Was denken meine Eltern darüber?

00:15:49: Was sagen die Kollegen?

00:15:53: wenn ich nach zwanzig Jahren plötzlich etwas völlig anderes mache.

00:15:57: Was, wenn jemand meine Entscheidung egoistisch findet?

00:16:01: Unvernünftig!

00:16:02: Naiv!

00:16:04: Und ohne es zu merken treffen wir unsere Entscheidungen nicht mehr nur danach was sich für uns richtig anfühlt.

00:16:13: Wir entscheiden auch danach welche Version von uns für andere am leichtesten Ausverhalten ist.

00:16:20: und genau da sind wir bei Haltung statt Harmonie.

00:16:24: Der Harmonie entsteht manchmal dadurch, dass wir eine Version von uns aufrechterhalten mit der alle anderen gut klarkommen.

00:16:31: Nur wir selbst irgendwann nicht mehr!

00:16:33: Und vielleicht stehst du gerade an einem Punkt in deinem Leben und denkst ich müsste langsam wissen wie es weitergeht?

00:16:42: Ich müsste einen Plan haben.

00:16:45: Vielleicht brauchst Du den grade noch gar nicht.

00:16:49: Vielleicht musst Du noch nicht wissen welcher Job als nächstes kommt.

00:16:55: Wie Dein Business in fünf Jahren aussieht ob du bleiben oder gehen willst, was dein nächstes großes Ziel ist.

00:17:03: Vielleicht beginnt die Antwort an einer anderen Stelle mit Wer bin ich heute?

00:17:12: Nicht wer war ich mit dreißig?

00:17:14: nicht wer sollte ich inzwischen sein?

00:17:19: und auch nicht wie werde ich endlich die beste Version meiner selbst sondern welchen Versionen von mir ist eigentlich noch meine?

00:17:30: Für mich bedeutet Identitätsarbeit genau das.

00:17:34: Nicht sich neu zu erfinden, nicht alles Alte abzuschütteln sondern ehrlich hinzuschauen.

00:17:42: was gehört noch zu mir?

00:17:45: Was habe ich vielleicht nur sehr lange getragen und was möchte ich behalten?

00:17:51: Was darf sich verändern?

00:17:53: umwas weiß ich vielleicht selbst noch gar nicht über mich und den letzten Gedanken finde ich besonders schön Denn Veränderung bedeutet dann nicht nur, etwas hinter sich zu lassen.

00:18:04: Da entsteht dann auch Raum für Seiten von uns die wir bisher vielleicht noch gar nicht kannten, die noch gar keinen Platz hatten.

00:18:14: und wenn wir ganz langsam herausfinden wer wir heute sind kommt nämlich die nächste Frage wofür stehe ich?

00:18:21: Und darüber möchte ich in der nächsten Folge sprechen denn zu wissen wer du bist ist das eine.

00:18:27: Dann kommt aber der Teil der manchmal deutlich unbequemer wird.

00:18:31: Danach geht es darum, dieser Person auch zu erlauben eine Haltung zu haben.

00:18:37: Entscheidungen zu treffen, Grenzen zu setzen, Dinge anders zu machen – auch dann wenn nicht alle anderen das gut finden!

00:18:48: Und vielleicht ist genau das Haltung, nicht die lauteste Meinung im Raum zu haben sondern zu wissen was da ins ist und danach zu leben?

00:18:58: Damit sage ich vielen Dank fürs Zuhören.

00:19:01: Schreib mir wie immer gerne auf Instagram oder bei den Spotify-Kommentaren und wie schön, dass du da warst.

00:19:09: Denn Führung beginnt im Inn!

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